Fragwürdige Versprechungen – seriöse anwaltliche Beratung sieht anders aus

Seriöse anwaltliche Beratung : Aktuell müssen wir uns sehr wundern. Über Rundschreiben einer durchaus namhaften Kanzlei im Verbraucherrecht, die mit zumindest überzogenen Versprechungen bei IBH-Anlegern wirbt.

Anleger, die in der „zweiten Welle“, also bei Volks- und Raiffeisenbankfinanzierungen endlich ihre Anteile auch in die Liquidation führen können, werden zwei Ausstiegsvarianten dargelegt. „Smart“ und „Premium“. Das sind die Anleger, die aus dem Nichts am 20.3.2018 ein umfängliches Schreiben der Firma IBH erhalten haben.

„Schon über die Formulierungen darf man getrost den Kopf schütteln“, so RA Schäfer, “ erst recht über die Inhalte.“

Da wird ernstlich behauptet, es gäbe eine von 90% der Anleger gewählte Variante „Smart“, bei der innerhalb von vier Wochen ein Ausstieg möglich wäre UND die Haftung dann erledigt sei, lediglich kein Abfindungsguthaben mehr erzielt werden könne. Die Situation bei den nunmehr neu angeschriebenen Fondsbeteiligten ist jedoch eine gänzlich andere.

„Offensichtlich orientiert sich das Werbeschreiben an Varianten von  Abwicklungen mit der Firma Finanzdesk und Übertragungen an die Firma CCI bei Gallinat Bank – Finanzierungen,“ so weiter RA Schäfer.

Die Versprechungen sind jedoch – vorsichtig ausgedrückt – juristisch mehr als fragwürdig, da selbst nach Übertragungen – trotz etwaiger Haftungsübernahme des Übernehmers – der bisherige Gesellschafter im Verhältnis zur Gesellschaft für Altverbindlichkeiten weiter haften kann. Zum anderen steht eine rasche Übertragung bei den weiteren Fonds aktuell vor Aufklärung von deren individueller Situation kaum in Rede. Es sei denn, die Anwaltskanzlei oder eine angeschlossene Firma übernimmt die Anteile selbst.

Angst zu schüren und gleichsam Versprechungen zu machen, ein Anleger sei definitiv in „rund vier Wochen“ aus jedem Risiko entlassen, sorry, aber das geht gar nicht.