Schrottimmobilien – Ein neues Feld für Städte und Gemeinden ?

Obwohl es nach wie vor sicher rund 500.000 Erwerber von überteuerten Immobilien in Deutschland gibt, die aktuell mancherorts in der (wohl falschen) Hoffnung auf steigende Immobilienpreise für Ihre Wohnungen leben, tut sich jetzt ein neues Feld für den Begriff „Schrottimmobilien“ auf. Die Städte und Gemeinden, vornehmlich in den neuen Bundesländern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachen und Schleswig-Holstein, haben das Wort sich zu eigen gemacht.
„Dort hat man gemerkt, daß es nämlich en masse Objekte gibt, die gänzlich leer stehen, die Eigentümer sich dann nicht mehr in der Lage sahen, Grundsteuer, allgemeine Strom- und Anschlußkosten zu bezahlen,“ so RA Ralph Schäfer, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. Jetzt will man diese Objekte leichter abreißen lassen, vorallem aber seitens der Kommunen gegen die Eigentümer vorgehen. „Soweit es sich hier um gewerbliche Investoren oder vermögende private Eigentümer handelt, die sich mit dem jeweiligen Objekt verzockt haben, mag das in Ordnung sein, aber wir kennen eine Vielzahl von Objekten, bei denen sogenannte kleine Leute den falschen Versprechungen von Vertrieben aufgesessen sind und die nun auch gegenüber der Kommune bluten sollen,“ so weiter RA Schäfer. Ein weiteres Problemfeld neben der Finanzierung tut sich also ggf. für die Käufer sogenannter Schrottimmobilien auf.
„Da bleibt nur eines nach unserer Auffassung,“ ergänzt Schäfer, „solange die Immobilie einigermaßen sicher vermietet ist und nicht in einer wirklich attraktiven Lage und guten Zustand befindet, so schnell wie möglich trennen von der Immobilie. Eurokrise hin oder her. Aus einer potentiellen Problemimmobilie wird keine Perle, die man behalten soll. Das ist unsere Meinung.“

Neben der Abwicklung des Bankdarlehens sollte daher stets auch die Frage sein, sich zum richtigen Zeitpunkt von der Immobilie zu trennen. Mehr und mehr begleiten wir anwaltlich Immobilienverwertungen, selbst wenn das Darlehen noch einige Zeit fortbesteht oder nur umgeschuldet wird. Im Einzelfall muß dies immer ganz genau überprüft werden.