Warnung vor besonderer Ablösevariante

Ablösevariante – Eine geradezu heimtückische Methode hat eine namhafte Bausparkasse entwickelt, als sie vor Ablauf der Zinsbindung im Jahr 2007 im Hinblick auf eine 2002 in Chemnitz noch finanzierte Sanierungsimmobilie entdeckte, dass zumindest im Jahr 2007 die Immobilie nur noch 20% des Finanzierungswertes hatte. Die Finanzierung war in zwei Teildarlehen bereits ursprünglich aufgesplittet und mit Bausparverträgen versehen worden, die weit unter den Regelsparbeiträgen monatlich bespart werden sollten und dementsprechend auch nur geringe Werte aufbauten, geschweige denn in absehbarer Zeit zu einer Ablösung der tilgungsfreien Darlehen führen konnten.

Die Bausparkasse kam nämlich auf die Idee, sich hinter dem Rücken des Erwerbers mit einer andern Bank aus dem Bereich des Volks- und Raiffeisenverbandes in Verbindung zu setzen, um dieser die Übernahme des zweiten Darlehens schmackhaft zu machen und dies vor dem Wissenshintergrund, dass die Erwerber auch eine selbstgenutzte, finanzierte Immobilie hatten. Diese war noch im Rahmen einer laufenden Finanzierung gegenüber einem anderen Darlehensgeber zurückzuzahlen. Dieses Darlehen verlief völlig programmgemäß mit marktadäquaten Zinsen, die Zinsbindung lief erst im Jahr 2010 aus.
Die Bausparkasse besuchte dann die Erwerber und schlug vor, aufgrund besserer Zinsen doch den zweiten Darlehensbetrag bei der anderen Bank zu finanzieren. Diese Bank könne dann gleich auch die Finanzierung der selbstgenutzten Wohnimmobilie übernehmen, die zu einem nicht unbeträchtlichen Teil bereits schuldenfrei war. Die Bausparkasse veranlaßte dann, dass die besagte andere Bank aus dem Volks- und Raiffeisenbankbereich einen Darlehensvertrag mit zwei Teildarlehen den Erwerbern übermittelte und diese mit einem komplizierten Verbund aus Sicherheiten (neu eingetragene und ganz oder teilweise abgetretene weitere Grundschulden) die Neufinanzierung vornahm.
Die Finanzierung der praktisch wertlosen Immobilie in Chemnitz spielte dabei keine Rolle. Sowohl die Bausparkasse wie auch die neu finanzierende Bank sind vollständig über die bislang von einer völlig anderen Bank finanzierten Eigenheimimmobilien abgedeckt. Die Erwerber konnten dieses wahrhaft schmutzige Spiel nicht durchschauen und zahlen bis heute für das eine Teildarlehen, das neu abgeschlossen wurde, über drei Jahre hinweg noch Bereitstellungszinsen, nachdem ihnen vorgegaukelt wurde, dass sie künftig eine günstigere Finanzierung ihrer „Schrottimmobilie“ in Chemnitz haben würden, tatsächlich hat die Bausparkasse ihr Risiko minimiert und die zweite nunmehr ins Spiel gekommene Bank ein völlig abgesichertes Darlehen erhalten.
Sie, lieber Leser dieser Zeilen, haben dies nicht verstanden? Kein Problem, die Erwerber hatten dies auch nicht. Die Banken haben dies sehr wohl verstanden und mit einem üblen Trick eine Finanzierung gerettet, während den Erwerbern nun droht, ihr mühsam erspartes Wohngebäude zu verlieren, da sie den beiden Banken im wahrsten Sinne des Wortes auf den Leim gegangen sind.

Es kann nur dringlichst angeraten werden, bei jeder Art von bankenseits gewünschter und empfohlener Umfinanzierung vorher den Rat eines Dritten, eines Steuerberaters, eines Anwalts oder unabhängigen Finanzierungsberaters einzuziehen. Banken verdienen nicht mehr, aber auch nicht weniger Respekt wie jeder Autohändler, Bäcker oder Reiseveranstalter. Leider ist seit Jahrzehnten in den Köpfen der Menschen immer noch ein „besonderes Vertrauen“ zu Banken eingespeichert. Doch gerade beim Thema „Schrottimmobilien“ und deren Finanzierung sollten potentielle Kapitalanleger und Erwerber äußerst vorsichtig sein.