Prozesskosten steuerlich absetzbar

Prozesskosten steuerlich absetzbar – Entgegen der bisherigen Rechtsprechung ist es nunmehr wesentlich einfacher, Kosten eines Zivilprozesses, so auch im Kapitalanlagebereich, als außergewöhnliche Belastung steuerlich abzusetzen. Bislang war dies nur möglich, wenn der Ausgang des Prozesses existentiell wichtig war. Jetzt entschied der Bundesfinanzhof (BFH VI R 42/10), dass in einem Zivilprozess grundsätzlich zwangsläufig Kosten anfallen, die sich nicht vermeiden lassen. Im entschiedenen Fall ging es dabei um eine Krankenversicherung. Soweit jedoch Kapitalanleger im Bereich von Geldkapitalanlagen oder auch im Bereich von Steuersparimmobilien gegen den Initiator, gegen den Bauträger, Vermittler oder die Bank klagen (z. B. auch bei Schrottimmobilien), so kann eine steuerliche Absetzung nicht erstatteter Kosten möglich sein. Lediglich darf sich ein Anleger nicht leichtfertig auf einen Prozess mit geringen Erfolgsaussichten einlassen. Gleichsam müssen die Kosten – so das Gericht – angemessen sein. Als angemessen gilt, was eine Rechtsschutzversicherung beispielsweise an Kosten erstattet, nicht nur für Anwälte, sondern auch für Gutachter.
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