Neue Chancen für Erwerber von Schrottimmobilien. ( GMAC Paratus Adaxio )

Die Ex-Bank stolpert über Formalien zum Darlehensvertrag.

Widerruf möglich.

Nachdem lange Zeit Ruhe an der juristischen Front der Schrottimmobilien war, ist nun neues Leben eingekehrt. Die Erwerber finanzierter überteuerter Immobilien haben bis jetzt nur in seltenen Fällen die Chance, über die Sittenwidrigkeit des Kaufpreises auch die finanzierende Bank in Anspruch zu nehmen. Der Verkäufer und Vermittler ist in der Regel ohnehin wirtschaftlich nicht mehr existent.

Nach zwei Entscheidungen des LG Wiesbaden vom 21.11.2017 sowie 28.11.2017 hat nun auch das Landgericht Wuppertal mit seiner Entscheidung vom 18.1.2018 (2 O 301/16) stehen die Chancen jedenfalls für Kunden der ehemaligen GMAC Bank, dann in  Paratus umbenannt, jetzt als Adaxio geführt, nicht schlecht.

Die Bank hat nämlich in dem zitierten Urteil versäumt, notwendige Informationen vor Abschluss des Darlehensvertrages auszuhändigen. Zum Beispiel mussten auch in den Jahren ab 2004 bei einem Fernabsatzvertrag (Voraussetzung : kein persönliches Gespräch mit dem Kunden) europäische standardisierte Merkblätter übersandt werden. Die Firma Adaxio konnte dies jedoch nicht nachweisen.

Die Folge? Der Kunde kann den Darlehensvertrag noch heute widerrufen. Er muss allerdings den Darlehensbetrag dann auch zurückbezahlen. Für die Vergangenheit kann er geleistete Zinsen teilweise saldieren, für die Zukunft zahlt er bei Darlehensrückzahlung keine Vorfälligkeitsentschädigung bei noch laufender Zinsbindung.

Und das ganze gilt wohlgemerkt auch für Fälle, in denen bereits komplett zurückbezahlt wurde.

Es muss in jedem Einzelfall geprüft werden, ob sich ein Vorgehen aus rechtlicher wie wirtschaftlicher Sicht lohnt. Wir raten daher in jedem Falle zu einer Erstberatung.